Cory Smythe – Accelerate Every Voice

Im Pressetext Spricht Man Von »Cyborg Choirs«. Doch Sind Es Keine Semimaschinen, Sondern Reale Stimmen, Die Hier Dem Irdischen Enthobene Schleifen Erzeugen, Minimalismus Und Durchaus Auch Entfremdung Verbreiten Und Neue Musik-Einflüsse Einbinden. Cory Smythe, Einer Der Ambitioniertesten Pianisten In Tasten-Grenzbereichen, Beruft Sich Vor Allem Auf Eine Quelle: Auf Andrew Hills Blue Note-Lp Von 1970 »Lift Every Voice«. Wo Aber Hill Fortgeschrittene Bürgerrechtzeiten Zu Evozieren Und Modifizierte Gospeltraditionen Darzustellen Suchte, Stapelt Smythe Vokalisen Des Hier Versammelten Gesangs-Quintetts – Kyoko Kitamura, Michael Mayo, Raquel Acevedo Klein, Steven Hrycelak, Kari Francis – In – Teilweise Fast Schon Gegenläufigen – Changierenden, Melodiefernen, Jedenfalls Ungebundenen Tonhöhen, Lässt Sie Nebenbei Über Sowas Wie Human Beat Box-Rhythmus Mitunter In Schrägdiktion Erzählen. Das Erzeugt So Sehr Verunsicherung Wie Einen Spezifischen Grad An Außerirdischer Schönheit. Einen Einzigen Deutlichen Hill-Verweis Gibt Es – Man Zitiert Bei »Marl Every Voice« Die Prägnanten Eingangszeilen Von Hills Titelstück, Doch Besänftigt Sogleich Die Stimmung Und Lenkt Sie In Vokale Experimente Und Isolierte Felder. Wo Aber Zu Beginn Der Siebziger Ein Gemischter Chor Aus Sieben Leuten Ein Hochkarätiges Jazz-Quintett Begleitete, Ist Hier Im Hintergrund Lediglich Smythe Am Klavier Zu Hören. Selten Machtvoll, Eher Sparsam, Lediglich Stoßweise Anwesend; Mehr Dezent Lenkend Denn Bestimmend.

Man Könnte »Accelerate Every Voice« Leichthin Als Einen Soundtrack Für Unsichere Zeiten Wie Diese Lesen. Wie Einen Sehr Kunstvoll, Doch Nicht Abgehoben Formulierten Aufruf, Dort Was Zu Tun, Wo Nötig. Dagegen Spricht Nichts, Auch Wenn Das Werk Bereits 2018 Komponiert Wurde. »Kinetic Whirlwind Sculpture Ii« Gerät Zu Einem Geisterhaften Requiem, Das Ans Herz So Sehr Wie An Die Nieren Geht. »Northern Cities Vowel Shift« Drängt Und Zerrt Mit Allen Verfügbaren Kräften …

Einen Pianistischen Exkurs, Der Mehr Mit Sounderzeugung Und Tonverfremdung Zu Tun Hat, Leistet Sich Smythe Bereits Auf »Kinetic Whirlwind Sculpture I«. Ein Deutlicher Schlusspunkt Ist Dann Das Letzte, Das Längste Stück, Die Nummer 9, »Piano And Ocean Waves For Deep Relaxation «, Ein Smythe-Solo. Dabei Bemüht Der Leader In Großem Maßstab Electronics, Um Einen (Eiswindähnlichen?) Drone Zu Erzeugen. Hier Geht Smythe Auf Die Bildserie Von Julian Charrière Ein, Die Das Albumcover Schmückt Und Einen Verlorenen Mann Mit Abflammgerät An Eisbergen Zeigt. Ein Kühles Raunen Nahe Der Stille Nach Mächtigen Expressionsschüben Zuvor: Eine Erstmal Anzweifelbare, Doch Letztlich Stimmige Coda.

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